Hülsmann Brauerei


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Werbeschilder

Emaille-Werbeschild Hülsmann Bräu


Die ersten Reklameschilder in Deutschland wurden 1893 durch das Emaillierwerk Schulze und Wehrmann in Wuppertal Elberfeld produziert. Weitere Emaillierwerke wie Robert Dold aus Offenburg (1894), Gottfried Dichanz aus Berlin (1895) folgten. Sie alle hatten die Werbewirkung der witterungsbeständigen Dauerplakate für die Außenwerbung erkannt. Viele Produzenten von Konsumgütern (Henkel, Stollwerk, Maggi, Overstolz ect.) ließen die dauerhaften Reklameschilder für ihre Werbung in den entlegensten Orten anbringen, so dass die Emaille- und Blechschilderindustrie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine nicht unwichtige Rolle in der europäischen Wirtschaft spielte.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die massenhaft auftretende Reklame oft als Blechpest bezeichnet, heute sind gut erhaltene Emailleschilder häufig gesuchte Raritäten.

Die Entstehungsgeschichte eines der bekanntesten deutschen Emaillierwerke, Ferro Email, geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In einer Furtwängler Werkstatt stellte Albert Dold zusammen mit mehreren Mitarbeitern Uhrenschilder aus Glas her. Zusammen mit Gordian Hettich wurde so 1854 in die Werkstatt Dold & Hettlich gegründet.

Der Sohn des Firmengründers, Robert Dold trat nach seiner Ausbildung in die Werkstatt des Vaters ein und baute sie ab 1890 aus. So kamen eine Emaillierwerkstatt und eine Metallätzerei hinzu. Mitte der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts machte sich Robert Dold dann selbstständig, blieb aber zunächst in Furtwangen. Einige Jahre später, kurz vor der Jahrhundertwende, zog die Werkstatt Dold nach Offenburg in Baden um. Es entstand mit dem Ätz- und Emaillierwerk Robert Dold das damals bedeutendste deutsche Unternehmen was die Produktion an emaillierten Reklameschildern angeht.

Weltweit bekannt wurden die Emailleschilder der Fabrikmarke Ferro Email aber erst durch Robert Dold's Sohn Max. Unter seiner Leitung produzierte die Firma emaillierte Reklameplakate für Kunden aus aller Herren Länder. Die Firma Dold produziert auch heute noch unter anderen: Blech-Systemtechnik, Stanzteile und Metall-Werbeschilder.

Das Reklameschild stammt von der weltweit bekannten Emailleschild-Firma Robert Dold (Aufschrift unten rechts) und wurde von "Ferro Email" (Aufschrift unten links) hergestellt. Es trägt die rote Aufschrift: Hülsmann Bräu. Das Werbeschild hat die Maße 37 x 58 cm, die
Kanten sind abgekantet, der Graphiker und das Herstellungsjahr sind nicht bekannt.

Werbeplakataufsteller Hülsmann Bier


Der in der langen Kriegs- und Nachkriegszeit aufgestaute Bierdurst machte die Bierreklame bis in die 1960er Jahre fast zur Nebensache. Die Nachfrage war so groß, dass man nach einer zeitgenössischen Aussage die Ware Bier mehr "verteilen" als sie mit größeren Verkaufsanstrengungen an den Mann, beziehungsweise an die Frau bringen zu müssen. Gleichwohl war auch in dieser Zeit die Hülsmann Bierwerbung vielerorts präsent.

Anfang der 50er Jahre startete man bei der Brauerei Hülsmann eine kleine, wenn auch bescheidene Werbekampagne. Ziel dieser Werbekampagne war es, den Umsatz sowie die Stärkung des Unternehmensimages und damit die Verbesserung der eigenen Marktposition gegenüber dem großen Mitbewerben am Markt zu stärken.

Aus diesem Grunde wurde bei der Plakatfabrik Imoglas, Inhaber Carl Vollmer in Wuppertal-Barmen, Rauer-Werth 18, ein Werbeplakataufsteller in Auftrag gegeben. Die Größe des Aufstellers war 24,5 x 34,5 cm, Material Karton in einem Vierfarbdruck mit Glanzüberzug.


Die graphische Darstellung der Werbetafel hat eine große Ähnlichkeit mit dem schon verwanden Motive des Emailleschild mit der Aufschrift: Hülsmann Bräu. Vergleicht man den Graphischenstil dieser beider Arbeiten mit dem Plakat "Gast mit Bierglas" (Signatur Hohlwein), könnte man zu dem Ergebnis kommen, das alle Entwürfe aus der Werkstatt von Ludwig Hohlwein stammen, auch wenn die beiden Schilder keine Hohlwein Signatur aufweisen. Des Weiteren spricht dafür, das nach Aussage eines Zeitzeugen Brauereibesitzer Gustav Werner Hülsmann ein Kunstliebhaber und Verehrer von Ludwig Hohlwein war.
















Mitte der 1960er Jahre wurde ein weiterer Werbeplakataufsteller in Auftrag gegeben. Die Größe des Aufstellers war 30 x 45 cm, Material Karton in einem Vierfarbdruck mit Glanzüberzug.

Dem Betrachter fallen hier die Kronkorken-Siegel an allen beiden Flaschen auf. Desweiteren hat die Tafelbierflasche ein "Exportbier" - Aufkleber am Flaschenhals.

Gasthausschilder


Die Gastwirtschaften waren zumeist an eine einzige Brauerei gebunden. Sie halfen den Wirten beim Einrichten von Gaststätten mit Darlehen, die durch die Bierabnahme abgelöst werden mussten. Die Biermarken der Brauereien zeigten sich als Leucht- und Giebelwerbung sowie als Gasthausschilder, an Gaststätten und an den "Bude" im Ruhrgebiet.





Die Werbeschilder aus Glas haben eine Größe von 1,20 X 0,60 Meter und wurden bei der Firma Grönegräs in Eickel hergestellt. Das Unternehmen zählt zu den ältesten der Stadt und wird heute in der vierten Generation geführt.

Werbeschilder aus Glas dieses Typs waren in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen sehr verbreitet.

Die Gastwirtschaft von Carl Schule in der Bahnhofstraße heute Hauptstraße, um 1930. Das Fachwerkhaus befand sich gegenüber dem heutigen Bresser Haus.

Das Gasthaus "Zum wilden Mann" von Caspar Beck
am Eickeler Markt 3 um 1935. Das Backsteinhaus wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nicht mehr aufgebaut.

Die "berühmten" Wandleuchten, sie hingen rechts und links
an der Wand der Verladerampe der Hülsmann Brauerei.

Ansicht der Gastwirtschaft von Karl Rösener, das
"Karl Rösener Haus" in Eickel, Eickeler Markt 12 um 1965.
Hier befindet sich heute auf der rechten Seite die
Gaststätte Köpi am Markt.

Giebelfassadenreklame am Bresser Haus
Hauptstraße Ecke Berliner Straße um 1978.

Giebelfassadenreklame Am Alten Amt Ecke
Heitkampsfeld im Jahre 2005.

Quellennachweis: Mit Genehmigung durch: Info-Blatt Emaille Schild Hülsmann Bräu von Werner Schulz Bremen.
Interview mit Albert Kittlaus im Mai 2004.
Fotonachweis: Sammlung Friedel Schlickmann, Heinrich Lührig, Christian Knops, Bernhard Jablonski, Winfried Labus.

Achtung:
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