Hülsmann Brauerei


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Werbekarten

Werbepostkarten


Werbekarten sind gedruckte Postkarten, meist Ansichtskarten, die für Werbezwecke verwendet werden. Oft gibt es denselben Entwurf sowohl als Postkarte wie auch als Plakat, wobei nicht immer das Plakat der Ursprung sein muss.

Die Werbepostkarte wurde um 1885 gedruckt und genau so lange gibt es Sammler, die sich darauf spezialisiert haben diese zusammenzutragen. Zahlreiche Künstler entwarfen Motive und graphische Darstellungen für diese Karten. Zu den bedeutendsten Graphikern der Epoche zählten vor allen Künstler wie: Lucien Bernhard (1883-1972) eigentlich Emil Kahn aus Stuttgart, Hans-Rudi Erdt (1883-1925) aus Berlin, Karl Christian Hofer (1878-1955) aus Karlsruhe, Ludwig Hohlwein (1874-1949) aus Wiesbaden, Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) aus Aschaffenburg, um hier nur ein paar Namen zu nennen.

Einer der wohl bekanntesten und stilbildensten Vertreter der Reklamekunst seiner Zeit aber war Ludwig Hohlwein.

Ludwig Hohlwein wird am 27. Juli 1874 als Sohn des Schlossermeisters Karl Hohlwein und dessen Frau Hermine, geborene Plank, in Wiesbaden geboren. Als Zwanzigjähriger studiert er ab 1895 in München Architektur an der Technischen Universität und fertigt die ersten Illustrationen für die Zeitung des Akademischen Architektenvereins an. Er entwirft in dieser Zeit unter anderem Programmhefte, Buchschmuck und Einladungskarten. Nach seinem Studium in München und später an der Dresdner Akademie unternahm er Studienreisen nach London und Paris, ehe er sich im Jahre 1900 als Architekt in München niederließ. Ab 1904 nimmt er regelmäßig an Ausstellungen mit seinen Grafiken, Aquarellen und Tempera-Gemälden im Münchner Glaspalast teil. Ein Jahr später folgt die Große Berliner Kunstaustellung. In den kommenden Jahren entwickelt er seinen eigenen unverwechselbaren Stil. Seine in Form- und Farbgebung originellen werbewirksamen Plakate zeigen zumeist Tier- und Sportszenen. Zu den bekanntesten zählen: der Tierpark Hellabrunn (der Zoo der Stadt München), das Deutsches Museum, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin sowie die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen.

Der später als Plakat-Pabst bezeichnete Hohlwein schuf Plakate für Audi, Bahlsen, BMW, Daimler Benz, Erdal, Kaffee Hag, Zeiss, MAN, Henkel sowie Brauereien wie Kulmbach, Paulaner, Hacker-Bräu, Spaten-Bräu und die Hülsmann Brauerei aus Wanne-Eickel, um nur einige zu nennen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Ludwig Hohlwein seine Arbeit als Werbegrafiker fort, bis er am 15. September 1949 in Berchtesgarden im Alter von 75 Jahren stirbt.

Ludwig Hohlweins Signatur oder auch Künstlerzeichen erschien auf fast allen seiner Arbeiten in unterschiedlichen Formen und Gestaltungen. Bis heute liegen 23 verschiedene Signaturen vor. Die wohl häufigste Signatur ist hier rechts abgebildet. Sie zeigt den Namenszug des Künstlers, der mit zwei diagonalen Linien, die aus dem "ü" in dem Wort München laufen verbunden wird. Dies soll die Verbindung seines Namens mit der Heimatstadt München signalisieren.

Ein Plakatentwurf von Ludwig Hohlwein aus dem Jahre 1913.
Es stammt aus dem Buch Phönix Illustrationsdruck
Berlin, 1926.
Der Farbentwurf (Tafel 53) wurde in Brauntönen gehalten.

Das spätere Plakat von Ludwig Hohlwein aus dem Jahre 1913.
Es zeigt eine andere Farbgebung als der Entwurf.
Das Plakat wurde in der Lithographie- und Kunstanstalt
Reichhold & Lang in München gedruckt.


Die Geschichte erfolgreicher Markenzeichen ist sehr häufig auch die Geschichte kreativer Werbeideen. Auf Grund ihres hohen Bekanntheitsgrades haben viele Markennamen bei den Konsumenten bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, sowie zum Beispiel: Presil (die weiße Frau, Waschmittel), Erdal (der Frosch, Schuhcrem), Pelikan (das Tier Pelikan, Tinte) oder auch Maggi (die Flasche, Maggiwürze).

Das Markenzeichen für die Brauerei Hülsmann entwarf der Lithograf und Gebrauchsgrafiker Hans Rudi Erdt (1883-1925). Er war und neben Ludwig Hohlwein einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Plakatkunst zwischen 1906 und 1918.

Es ist ein weiterentwickeltes Markenzeichen, das den Anfangsbuchstaben des Firmennamens das "h" in gotischer Zierschrift und eine fünfzackige Strahlenkrone in Rot zeigte. Das Firmenlogo der Hülsmann Brauerei ist eine Arbeit von Rudi Erdt (1883-1925), wie Vergleichgrafiken (für Krawatten - Löwenbrück) belegen. Auch hier wurden seitlich am "L" zwei Spitzen als Zierrand verwandt.











Als Werbepräsent (Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel!) ließ die Hülsmann Brauerei im Jahre 1923 eine Graphik der ehemaligen Gaststätte "Zum wilden Mann" in Eickel, im Wintergewand anfertigen. Graphiker war auch hier Ludwig Hohlwein aus München.




Am Eickeler Markt 3, Gasthaus "Zum wilden Mann" stand Julius Bauer als Gastwirt hinter dem Tresen, ehe im Jahre 1925 Caspar Beck die Gaststätte übernahm.




Bis 1925 hatte Hohlwein bereits über 3000 verschiedene Plakate gestaltet. Sowie die Serie von sechs Werbepostkarten der Hülsmann Brauerei, die zum Preis von fünfzig Pfennige im Briefumschlag verkauft wurden. Sie wurden in München bei der Druckerei Fritz Maison hergestellt, das Herstellungsjahr ist unbekannt. Die graphischen Darstellungen sind aber dem "Hohlweinstil" aus dem Jahre 1913 (Bockbier) ähnlich. Es kann davon ausgegangen werden, dass die sechser Serie zwischen 1914 und 1920 aufgelegt wurde, dieses könnte auf die "neue" Signatur des Künstlers und das verwendete "alte" Firmenzeichen auf dem Briefumschlag hinweisen.

Die Karten hatten einen so großen Erfolg, dass einzelne Karten folgten. Auch hier gibt es kein Hinweis auf das Herstellerjahr. Die graphischen Darstellungen weisen aber einen geänderten "Hohlweinstil" auf. Es kann davon ausgegangen werden dass die Werbekarten, gedruckt bei der Druckerei Fritz Maison in München, nach 1926 (Stadtwerdung Wanne-Eickel) hergestellt wurden.

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Der Graphiker Kielhorn aus Hamburg gestaltete nach 1926 zwei weitere Werbepostkarten für die Brauerei Hülsmann.

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Quellennachweis: Professor HK Frenzel, Ludwig Hohlwein, Phönix Illustrationsdruck und Verlag Berlin, 1926.
Duvigneau, Volker und Götz, Norbert, Ludwig Hohlwein, Kunstgewerbe und Reklamekunst, Verlag Prestel 1996.
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig, Christian Knops, Werner Schulz, Bernhard Jablonski.

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