Hülsmann Brauerei


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Bürgerliches Brauhaus

Brauen in Herne

Bürgerliches Brauhaus, Aktien-Gesellschaft Herne


Um sich von den zuliefernden Brauerei der Nachbarstädten wie Dortmund, Bochum und Eickel zu lösen und den Bierbedarf aus einer eigenen Brauerei zu liefern, gründeten die beiden späteren Direktoren der Brauerei, Brinkhoff und Cremer gegen Ende des Jahres 1897 das Bürgerliche Brauhaus Herne in Form einer Aktiengesellschaft. Die Gesellschaft schloss sich zunächst zusammen mit einem Aktienkapital von 800 000,- Mark, das aber schon im Jahre 1900 auf 1 250 000 Mark erhöht wurde um das nach der Umstellung der Anlagewerte auf Reichsmark 1 155 000 ,- betrug. In einer Chronik heiß es unter anderem:

Die neu gegründete Brauerei wurde unter Ausnutzung der modernsten Erfahrungen im Brauereigewerbe mit erstklassigen Gebäuden, Kellereien, Maschinen und sonstigen Anlagen ausgestattet.

Hochansicht Bürgerliches Brauhaus Herne um 1910.
Die Braustätte lag an der Ecke Horsthauser Straße - Vinckestraße.

Gleich für das erste volle Geschäftsjahr 1898 wurde eine Dividende von 4% erzielt. Diese wurde dann bis auf 10% erhöht, jedoch während der Kriegsjahre auf 6% ermäßigt, um in den folgenden Jahren bis auf 20% gesteigert zu werden.

Im Jahre 1921 wurden siebentausend Hektoliter Bier gebraut. Die Brauerei wurde mit drei automatisch befeuerten Großwasser-Dampfkessel. Desweiteren standen zwei Dampfmaschinen, vier Dynamos und über 40 Elektromotoren mit einer Gesamtkraftleistung von über 900 PS zur Verfügung, um den Kraftbedarf an Strom zu gewährleisten.

Der Braubetrieb war zeitgemäß ausgestattet. Die Gärung und Lagerung des Bieres erfolgte in Fässern und Tanks, die in den ausgedehnten, zum Teil mit weißen Kacheln versehenden Kellereien der Brauerei untergebracht waren.

Das Flaschenbier wurde mit halbautomatischen Maschinen abgefüllt. Die Eisanlagen stellten täglich an die tausend Zentner Kunsteis her, um selbst bei stärkster Sommerwärme den Bierlagerkeller auf eine Temperatur von 0 Grad halte zu können.

In den stattlichen Gebäuden des Innenhofs der Brauerei befanden sich: die Schwankhalle, die Picherei (altes Verfahren, bei dem Bierfässer, übrigens auch Bierkrüge aus Holz, innen zur Abdichtung mit Pech bestrichen wurden), die Küferei, die Schlosserei, die Schmiede, die Stellmacherei und die Wagenremise. Ferner befanden sich dort auch die Aufenthaltsräume der Mitarbeiter und die Garagen für die Lastwagen.


Das Fass- und Flaschenbier für die Gaststätten wurde ausschließlich mit Pferdegespanne beliefert. Hierzu unterhielt man in ausreichenden Stallungen 60 Pferde vor. Großfässer wurden mit dem Lastkraftwagen transportiert.

Jeden Morgen wurden die mit schweren Rössern bespannten Wagen an der langen Rampe mit Fassbier und Flaschenbier beladen. Ab hier machten die Fuhrleute ihre täglichen Runden von Gaststätte zu Gaststätte.

Blick in den Betriebshof der Brauerei um 1910.

Blick auf die Kellereigebäude mit Fassbierabfüllung um 1910.

In den Gaststätten pries man das Herner Bier als "unübertroffen in Geschmack und Bekömmlichkeit".

Werbeanzeige aus dem Jahre 1914.

Seit 1880 kennzeichneten die Brauerein ihre Flaschen mit Firmenmotiven in Form eingeprägter Schriften, Bildern oder Verzierungen, wie hier: "Bürgerliches Brauhaus Herne - Firmenmotiv - Schutzmarke".

Auf der Flaschen-Rückseite der eingeprägte
Schriftzug: Flasche unverkäuflich.
Bodenprägung: 1926.

Porzellanverschluss bei Flaschenbier 1926.

Bezeichnung:

Bürgerliches Brauhaus Herne

Füllmenge:

0,4 Liter

Hinweis:

 

Besonderheit:

Pressglas

Glasform:

Braumeister Seidel

Bier-Kanne aus Zinn mit Jagd-Motiv, Bürgerliches Brauhaus Herne 1912.

Laut Beschluss der Generalversammlung vom 28. Juli 1927 ging das Unternehmen in den Besitz der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei AG. Bochum über. Die Brauerei trug nun den offiziellen Namen:

Schlegel-Scharpenseel-Brauerei Aktien-Gesellschaft Abteilung Bürgerliches Brauhaus Herne.


Die Gründer-Direktoren Brinkhoff und Cremer schieden aus dem Vorstand aus.
Zusammenfassend darf gesagt werden, dass Herne und Wanne-Eickel unter den Brauereistädten in Westfalen einen guten Namen hatten.


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Quellennachweis: Deutsche Städte, Herne in Westfalen, Dari Verlag Berlin 1928, S. 182 ff.
Fotonachweis: Uwe Soboll, Paul Möller, Heinrich Lührig.


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