Hülsmann Brauerei


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Bügelflasche

Bierflaschen

Bügelverschlussflasche


Die Frage, in welchem Jahr genau der Gerstensaft in die "grüne" Flasche kam und wo, ließ sich bis heute nicht genau herausfinden, man vermutet vor 1720, angeschwemmt irgendwo an der englischen Küste. Es kann aber gesagt werden, das die Flaschenfarbe anfangs grün war, die Farbe braun kam erst später.

Glasflaschen, die eigens für den Transport von Bier hergestellt wurden, kamen seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. Sie trugen eingebrannte Zeichen, die über die Herkunft des Bieres Auskunft gaben. Flaschenbier blieb aber noch viele Jahrzehnte eine Ausnahme, denn die mundgeblasenen Flaschen waren teuer. Auch war das Flaschenbier unüblich, denn wer sein Bier zu Hause trinken wollte, holte es in Kannen, Syphons oder Krügen vom Wirt. Mit der Flaschenproduktion in Klappformen (hierdurch konnte die Produktion von Flaschen in Serie gehen) sank nach 1830 allmählich der Flaschenpreis.

Den Durchbruch von Flaschenbier brachte jedoch erst die Erfindung des Bügelverschlusses, denn bis dahin verschlossen Korken die Bierflasche aus Glas oder Steinzeug. Diese mussten gegen den Druck der Kohlensäure mit Draht oder einer Schnur gesichert werden.

Der Bügelverschluss bestand aus einer Metalldrahtfeder und einem Zapfen, hergestellt aus Porzellan. Zwischen Flaschenhals und Porzellanzapfen befand sich eine Gummidichtung, die den Bügelverschluss abdichtet. Der Verschluss wurde in zwei Vertiefungen im Flaschenhals verankert. Erfunden hat den Bügelverschluss der Berliner Carl Dietrich im Jahre 1877, weiterentwickelt wurde er von Nicolai Fritzner, der in Berlin eine Fabrik für Bügelverschlüsse gründete.

Mit dem Patentverschluss wuchs auch die Vielfalt der Flaschenformen, von rund, bauchig mit kurzem Hals, bis hin zu schmal, schlank mit langem Hals reichte das Spektrum. An Stelle eines Etiketts verwies die Flasche selbst auf die Herkunft ihres Inhalts. Denn seit etwa 1880 kennzeichneten die Brauereien ihre Flaschen in Form eingeprägter Beschriftungen. Dieses diente der Brauerei als Werbung und Besitzstand.

Nach dem ersten Weltkrieg wich die Flaschenzier, ein neuer Trend setzte ein. Das Motto hieß: Weg vom Flaschen-Individualismus, hin zu kostengünstigeren Standardflaschen. Gleichzeitig kamen die mit Kronkorken verschlossenen und mit Papieretiketten versehenden Bierflaschen in Mode. Die Papieretiketten wurden Anfangs von Hand aufgeklebt.

Zahlen und Fakten zur Flaschenabfüllung der Brauerei Hülsmann:
In den Jahren 1913 bis 1915 erfolgte der maschinentechnische Ausbau der Brauerei. Dieser fand mit der im Jahre 1925 neu eingerichteten Flaschenabfüllanlage, die 50.000 Flaschen täglich abfüllen konnte, ihren höhe Punkt.



























Eine Prägeschrift-Bierflasche der Brauerei Hülsmann,
mit der Aufschrift: Hülsmann Brauerei Wanne-Eickel
ausgegeben nach 1926.

Quellennachweis: Die Geburt des Plopp, Eine 300-jährige Kult(ur)geschichte der Bierflasche
Fotonachweis: Sammlung Heinrich Lührig, Bernhard Jablonski.

Achtung:
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